Synclaro · Vortrag · 16. September 2026
BIG BANG KI Festival 2026: Warum der Chef zuerst lernen muss
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Fotos: Tobias Ebert und Weltzien Studios
Am 16. September 2026 hat Marco Heer, Gründer von SYNCLARO, auf dem BIG BANG KI Festival in der STATION Berlin die Keynote „Schulen Sie nicht Ihr Team. Noch nicht.“ gehalten. In 25 Minuten ging es um eine unbequeme Frage: Warum glauben so viele Unternehmen, sie seien bei KI schon weit, und warum muss die Geschäftsführung zuerst lernen, bevor das Team geschult wird? Auf dieser Seite findest du die Aufzeichnung und die wichtigsten Aussagen zum Nachlesen.
Das Wichtigste in Kürze
- Viele Betriebe überschätzen ihren KI-Stand. Umfragen melden, dass fast jedes zweite Unternehmen KI nutzt. Gefragt wird aber meist nur, ob KI im Einsatz ist, nicht wofür. Wirklich weit ist nur ein kleiner Teil.
- Ein Chatfenster ist noch keine KI-Strategie. Wer Mitarbeitern Microsoft Copilot gibt, damit sie E-Mails schneller schreiben, nutzt KI auf dem Stand von 2024.
- Die Geschäftsführung muss zuerst verstehen, was heute geht. Nur wer selbst sieht, was KI-Agenten leisten, kann entscheiden, wo sie im Betrieb Geld bringen.
- Kleine Betriebe können jetzt arbeiten wie Konzerne. Marco Heer zeigte am Beispiel Marktforschung, wie ein Unternehmer mit einem KI-Agenten und frei verfügbaren Suchdaten eine Marktstudie erstellt, die früher fünf- bis sechsstellig gekostet hätte.
Worum ging es in der Keynote?
Die Kernbotschaft: KI wird im Mittelstand meist als besseres Chatfenster genutzt. Der eigentliche Hebel liegt woanders, und den muss zuerst die Geschäftsführung kennen.
Marco Heer begann mit einer Schlagzeile vom Vortag: Deutsche Unternehmen setzen auf KI, können den wirtschaftlichen Ertrag aber oft nicht belegen. Seine Erklärung: In Umfragen sagen viele Geschäftsführer „Ja, wir nutzen KI“. Niemand fragt nach, was genau damit gemeint ist. Bei SYNCLARO begleitet er jeden Tag Betriebe von „Ich nutze ChatGPT“ bis zur automatisierten Buchhaltung. Aus dieser Arbeit kennt er den Unterschied zwischen „KI ist im Haus“ und „KI arbeitet im Betrieb“.
Warum ein Chatfenster allein nicht reicht
Ein Grund für die Selbsttäuschung ist aus seiner Sicht der Umgang mit Microsoft Copilot. Microsoft hat verstanden, dass deutsche Unternehmen vor allem eines wollen: Datenschutz. Copilot läuft in europäischen Rechenzentren und lässt sich deshalb leichter freigeben. Das ist gut gemacht, sagt Marco Heer. Das Problem entsteht danach: Viele Betriebe setzen dann einen Haken und halten sich für „KI-ausgestattet“.
Im Saal nutzte etwa die Hälfte Copilot. Seine Gegenfrage an die Geschäftsführer: E-Mails entwerfen lassen und Dateien suchen, das ging schon 2024. Was hast du aus den Entwicklungen von 2025 und 2026 für deinen Betrieb mitgenommen?
Das Beispiel: ein Teppichreiniger in Berlin
Um zu zeigen, was mehr möglich ist, nahm Marco Heer ein bewusst einfaches Beispiel: einen Teppichreinigungsbetrieb in Berlin. Der Betrieb arbeitet gut, aber auf Google Maps gibt es viele andere, die ebenfalls gut arbeiten. Wer wachsen will, muss nicht nur besser arbeiten, sondern bekannter werden. Das ist Marketing.
Dafür gibt es aus seiner Sicht zwei Wege:
- Erfahrung: Du kennst deinen Markt seit 20 Jahren, vielleicht seit Generationen. Entweder du hast diese Erfahrung oder nicht.
- Daten: So machen es Konzerne. Bevor sie ein neues Produkt einführen, geben sie eine Marktstudie in Auftrag. Wie viele Menschen suchen danach? Wie viele Wettbewerber bedienen diese Nachfrage? Warum gehen Kunden zur Konkurrenz? Wo ist eine Marktlücke?
Für kleine Betriebe war der zweite Weg bisher unerreichbar. Eine Studie bei einer Unternehmensberatung oder einem Konsumforschungsinstitut kostet schnell einen fünf- bis siebenstelligen Betrag.
Wie eine Marktstudie mit KI funktioniert
Marco Heers Vorgehen hat drei Schritte: Kontext sammeln, einem KI-Agenten Werkzeuge geben, die Ergebnisse als Bericht lesen.
Schritt 1: Kontext sammeln
Die KI muss wissen, wer du bist, was du verkaufst und welche Kunden du willst. Das geht am einfachsten gesprochen, zum Beispiel mit einem Diktiergerät oder einer Diktier-App. Wer nicht gern frei erzählt, lässt sich von der KI interviewen. Sein Tipp ist ein interaktiver Fragebogen: Du bittest die KI, dir nacheinander 15 bis 20 Fragen zu deinem Betrieb, deinen Wunschkunden und deinen schwierigsten Kunden zu stellen. Diese Arbeit heißt Context Engineering. Sie ist heute wichtiger als der einzelne Prompt.
Schritt 2: Einen KI-Agenten arbeiten lassen
Ein normales Chatfenster antwortet nur. Ein KI-Agent kann handeln: im Internet recherchieren, Dateien lesen, Daten abrufen. Marco Heer nutzt dafür Claude Code, andere Agenten funktionieren ähnlich. Der Agent bekommt den gesammelten Kontext und Zugriff auf Datenquellen, die Marktforscher seit Jahren nutzen: Suchdaten aus Google, Werkzeuge wie Ahrefs für Suchvolumen und Wettbewerber oder Crunchbase für Unternehmensdaten. Einige davon sind kostenlos, andere kosten um die 100 Euro im Monat.
Schritt 3: Den Bericht lesen und entscheiden
Am Ende steht kein Zahlenfriedhof, sondern ein Bericht in normaler Sprache. Er zeigt zum Beispiel, welche Suchbegriffe echte Kaufabsicht zeigen und welche vor allem Preisvergleicher anziehen, wie groß die Nachfrage in einer Region ist und wo eine Lücke im Markt liegt. Marco Heer macht das nach eigener Aussage einmal im Monat für SYNCLARO. Auch seine Keynote hat er so vorbereitet: Der Agent hatte vorher rund 35.000 Datensätze ausgewertet, um herauszufinden, wer im Publikum sitzt und was diese Menschen interessiert.
„Nehmen Sie sich ein 100-Euro-Ahrefs-Abo und ein 20-Euro-Claude-Abo, und Sie bekommen 80 Prozent der Qualität einer richtig professionellen Studie.“ (Marco Heer auf dem BIG BANG KI Festival 2026)
Warum zuerst die Geschäftsführung lernen muss
Der Titel der Keynote hieß nicht ohne Grund „Schulen Sie nicht Ihr Team. Noch nicht.“ Das Beispiel Marktforschung zeigt, worum es geht: Ob sich ein solcher Einsatz lohnt, welche Daten der Agent nutzen darf und welche Entscheidung danach folgt, kann nur die Geschäftsführung beurteilen. Wer zuerst das ganze Team in Chatfenstern schult, bekommt meist nur schnellere E-Mails.
SYNCLARO verkauft deshalb nicht die Marktstudie, sondern bringt Unternehmern bei, so etwas selbst zu machen. Marco Heer schloss mit dem Satz, dass diese Denkweise mächtiger ist, als eine Aufgabe einmalig für jemanden zu erledigen: Was früher nur Konzerne konnten, kann heute jeder Betrieb, wenn die Führung weiß, wie.
Wie die richtige Reihenfolge im Betrieb aussieht, beschreibt der Ratgeber KI für Führungskräfte. Was ein KI-Agent ist und was er leisten kann, erklärt die Seite KI-Agenten.
Fakten zum Auftritt
- Veranstaltung: BIG BANG KI Festival 2026
- Datum: 16. September 2026
- Ort: STATION Berlin
- Format: Keynote, rund 25 Minuten, dazu ein eigener Messestand von SYNCLARO
- Titel: „Schulen Sie nicht Ihr Team. Noch nicht.“
- Referent: Marco Heer, Gründer und Geschäftsführer von SYNCLARO
- Programm des Veranstalters: bigbangfestival.de
Weitere Auftritte stehen in der Übersicht aller Vorträge und Termine.
Häufige Fragen zur Keynote
Wer hat die Keynote auf dem BIG BANG KI Festival 2026 gehalten?
Marco Heer, Gründer und Geschäftsführer von SYNCLARO aus Neumarkt in der Oberpfalz. SYNCLARO bildet Unternehmer und Geschäftsführer in KI aus und begleitet Betriebe bei der Einführung.
Worum ging es in Marco Heers Vortrag?
Um die Frage, warum viele Unternehmen ihren KI-Stand überschätzen und warum die Geschäftsführung zuerst lernen muss. Als Beispiel zeigte er, wie ein kleiner Betrieb mit einem KI-Agenten und frei verfügbaren Suchdaten eine Marktstudie erstellt.
Kann ein kleiner Betrieb wirklich eine Marktstudie mit KI erstellen?
Ja, wenn die KI genug über den Betrieb weiß und Zugriff auf echte Daten hat. Ein Chatfenster allein reicht nicht. Nötig ist ein KI-Agent, der recherchieren und Daten abrufen kann, und jemand, der das Ergebnis beurteilt. Marco Heer schätzt die Qualität auf rund 80 Prozent einer professionellen Studie.
Was kostet so eine KI-Marktstudie?
Im Beispiel der Keynote rund 120 Euro im Monat: etwa 20 Euro für ein Claude-Abo und rund 100 Euro für ein Werkzeug mit Suchdaten wie Ahrefs. Dazu kommt die eigene Zeit für Kontext und Auswertung.
Wo kann ich die Keynote ansehen?
Die vollständige Aufzeichnung steht oben auf dieser Seite und auf dem YouTube-Kanal von SYNCLARO unter dem Titel „KI-Schulung für Mitarbeiter? Warum der Chef zuerst lernen muss“.
Google-Bewertungen
Was Unternehmer über die Ausbildung bei SYNCLARO schreiben.
„Marco hat mir das notwendige Basiswissen sehr verständlich, praxisnah und systematisch vermittelt. Davon profitiere ich bis heute […]“
Marc Holzrichter
„Super geführtes Coaching von Marco, sehr praxisnah und deshalb auch für mich nachvollziehbar und anwendbar, obwohl ich kein IT-ler bin!“
Olaf Richter
„Wir bauen heute eigene Anwendungen für unser Tagesgeschäft und lassen Abläufe automatisch laufen, die vorher reine Handarbeit waren. […] Marco liefert keine fertige Lösung ab, er macht einen selbst handlungsfähig.“
Alexander Rotter
„Das Seminar mit Marco war für uns wirklich außergewöhnlich lehrreich und vor allem unglaublich praxisnah. […]“
Janine Klein
5,0 von 5 bei 13 Google-Bewertungen ↗ · Bewertungsstand 30.10.2026. Auszüge wörtlich aus dem Google-Unternehmensprofil, gekürzt mit […].
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